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Es sei im allgemeinen gesagt, daß jeder Sexualforscher und damit jeder Psychoanalytiker dem Herausgeber für das notwendige Unternehmen, das bisherige Wissen auf dem Gebiete der Sexualwissenschaften in einem Handwörterbuch zusammenzufassen, Dank schuldet. Biologen, Vererbungswissenschaftler, Psychiater, Psychologen, Ethnologen, Soziologen, Philosophen, Juristen u. a. haben Beiträge über die große Zahl der sexuologischen Themata geliefert, die eine Fülle von Wissen vermitteln. Für die Darstellung der Psychoanalyse hat der Herausgeber Freuds Mitwirkung gewonnen, der wir in zwei Abhandlungen (Libidotheorie, Psychoanalyse) einen meisterhaften Abriß unserer Wissenschaft verdanken. In der 2. Auflage werden Hermine Hug-Hellmuth und Schultz-Hencke mit psa. Themen vertreten sein.
Daß die 2. Auflage des Werkes außer der Hinzufügung von Illustrationen wesentliche Erweiterungen und Verbesserungen des Textes aufweist, ist vom Herausgeber angekündigt worden und wird durch den Inhalt der drei bisher erschienenen Lieferungen bestätigt. So bringt Marcuse einen scharfsinnigen und kenntnisreichen Aufsatz über die „Enuresis nocturna“, in welchem neben der Besprechung der innigen anatomischen und physiologischen Zusammenhänge zwischen dem uropoetischen und dem Genital-Apparat die psychosexuellen Bedingtheiten voll gewürdigt und die psychoanalytischen Forschungen (Freud, Abraham, Rank, Sadger) ausgiebig verwertet werden. Überhaupt ist zu betonen, daß der Herausgeber in seinen eigenen Beiträgen die psychoanalytische Forschung überall berücksichtigt, was man nicht in dem gleichen Maße von seinen Mitarbeitern sagen kann. So verwertet z. B. — der sonst über ein großes ethnologisches Wissen verfügende und mit ausgezeichneten Beiträgen vertretene — Reitzenstein nicht Reiks Untersuchungen über die „Couvade“, Scheuer nicht Freuds „Tabu der Virginität“ in den Artikeln „Brautnacht und Defloration“. Bei v. Wiese, der sonst anregend über Ehe, Eifersucht u. a. zu schreiben weiß, vermißt man die psa. Er