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In konsequenter Verfolgung der in der „Naturgeschichte der Seele und ihres Bewußtwerdens“ auseinandergesetzten Ideen versucht der Autor nachzuweisen, daß die lebende Substanz „beseelt“ ist, bzw. daß ein „Etwas, das man Seele nennen könnte,“ Leben, Gestalt und Funktion schafft. Diese Seele des Organischen,
die der Autor „die Psychoide“ (femin. singul.) nennt, sei aber nicht von außen in die Substanz hineingefahren, wie sie nicht ohne Substanz denkbar ist, sondern sie ist „ein Funktionskomplex, eine mnemische Aktivität, die in ganz einfachem Zustande schon in der leblosen Welt vorkommt und erst in ihren komplizierten Ausbildungen als Psychoide mit der Seele des Menschen, einem zielgerecht handelnden Wesen, vergleichbar ist und in ihrer Spezialisierung in der Rindenfunktion als Psyche erscheint.“ Es sei falsch, die Funktionen der menschlichen Psyche auf niedere Wesen zu übertragen, in Wirklichkeit sei die Psyche aus den Funktionen der „Lebsubstanz“ zu erklären. Der Autor will „die Psychoide“ als „rein naturwissenschaftlichen Begriff“ aufgefaßt wissen, im Gegensatze zum philosophischen Begriff des „Psychoids“ bei Driesch, dessen Lehre von der Entelechie als zielsetzendem Entwicklungsprinzip er ablehnt. Die „biischen Funktionen“ des Reflexes und der Artentwicklung beruhen nicht auf einer primären zielenden oder ordnenden Funktion, sondern sie sind Erfolge eines Gedächtnisses, also kausal (nicht final) zu erklären.
Der Versuch, einer naturphilosophischen Betrachtung des Lebendigen eine naturwissenschaftliche entgegenzusetzen, ist aber Bleuler nicht völlig geglückt. Die mechanistische Entwicklungstheorie und die Lehre vom Zufall und der Auslese als alleinigem Entwicklungsprinzip werden in klarer und überzeugender Weise widerlegt. Jede Entwicklung ist durch mnemische Erfahrungen determiniert, die die Anpassung bewerkstelligten: „Die Länge eines Gliedes ist einer Tierart infolge dauernder Änderung der äußeren Umstände, oder z. B. weil sie vom Land ins Wasser geht, hinderlic