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Diese Arbeit, die mit Gründlichkeit alles zusammenträgt, was über Ursache und Wirkung des Nikotinmißbrauchs von seiten der Frau beobachtet ist, ist sehr nachdrücklich psychologisch orientiert und somit für den Analytiker von einigem — wenn auch beschränktem — Interesse. Der Verfasser ist durchaus bemüht, nicht alle Erscheinungen, die nach dem Rauchen auftreten, einfach auf das Konto des Nikotins zu buchen, sondern sieht, daß hier vielfach psychische Kräfte die größere Rolle spielen. Bei der Besprechung der Motive, die bei der Frau zum Rauchen drängen, zieht er vornehmlich unbewußte Motive heran, wie die Angst vor der Sexualität, die Ablehnung der weiblichen Rolle und den Wunsch, den Mann zu spielen, andererseits die symbolische Demonstration für sexuelle Freiheit, ferner das Verlangen nach Geltung oder Fürsorge und endlich die Lust am Zündeln. Das Bedenkliche am Rauchen sieht er — außer in der eventuellen direkten Nikotinschädigung — in der leichten Erreichbarkeit dieses Genußmittels und damit, ähnlich wie bei Onanie, in der Gefahr der Willensschwächung und des Selbstbetruges.
Wir werden als Analytiker gerade bei diesen Schlußfolgerungen nicht ganz mitgehen können, weil wir ebenso wie bei der Onanie zu sehr überzeugt sind von der endlichen Nutzlosigkeit einer peripheren Bekämpfung. Im übrigen müssen wir es begrüßen, daß ein Buch, welches für die breitere Öffentlichkeit bestimmt ist, entschieden für die Bedeutsamkeit ubw Triebkräfte eintritt, auch wenn es in vielen Einzelheiten (z. B. Psychoanalyse sei nur das Mittel zum Ziel der Psychosynthese u. a. n.) vom analytischen Gesichtspunkt aus sehr anfechtbar erscheint.
Horney
(Berlin)