You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Kleine, gemeinverständliche Darstellung der modernen Neurosentheorien. Der Autor steht vornehmlich unter dem Einfluß der Lehren von August Forel, Bleuler, Janet, Jaspers, Freud, Kretschmer und Semon. Wir anerkennen bei Forel, daß er nicht ausschließlich an einer Doktrin festhält, aber die Verschiedenheit seiner Eingebungen macht seine Gedankengänge oft schwankend und unschlüssig. Er schreibt mehrere Seiten gegen den psychologischen Determinismus, gleichzeitig findet man aber dann wieder Sätze wie den folgenden (S. 126-127): „Daneben eine Hingabe und ein sehr großes Anlehnungsbedürfnis, die sich aus dem unbewußten Wunsch nach Zärtlichkeit erklären, die sie sich nicht gestatten.“ Dies ist aber gerade doch eine Erklärung unter Zuhilfenahme des psychologischen Determinismus. Analoge Erklärungen sind auch in der Geschichte des sehr interessanten Falles (S. 244) zu finden, den Forel publiziert. Die Stellungnahme des Autors zur Psychoanalyse entbehrt der Klarheit. Aus übergroßer Angst sich zu kompromittieren, nimmt er sozusagen mit der einen Hand zurück was er mit der anderen gegeben hat. Die Hauptkapitel dieses Buches sind betitelt: 1) Normalpsychologie und Psychopathologie. 2) Geisteskrankheit und Neurose. 3) Einige psychische Elemente der Neurosen. 4) Psychische Störungen der Kindheit und der Pubertät. 5) Die Neurosen der Erwachsenen. 6) Die psychischen Heilmethoden.
de Saussure
(Genf)