You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Während Freud und seine Schule geduldig empirisch weiterarbeiten und zögern, voreilig klinische Zusammenfassungen zu geben, sucht Stekel in verantwortungsloser Hast seine Bände auf den Markt zu werfen und tut, als ob er Fertiges brächte. Nur mit der Psychoanalyse nicht vertrauten Lesern oder schnellgesottenen Schülern mag damit Sand in die Augen gestreut sein! Stekel charakterisiert seine zunehmende Distanz von der rechten Psychoanalyse in seinem
Vorwort wie folgt: „Der Gewinn des Praktikers, der sich der Lektüre der Werke der orthodoxen Psychoanalyse hingibt, ist ein negativer. Er wird eher verwirrt als anfgeklärt. Im Gegensatz zu den medizinischen Phantasten halte ich mich an die klaren und eindeutigen Ergebnisse meiner Forschung. Ich bin ein Feind mystischer Grübeleien und hasse Konstruktionen, die am grünen Tische entstanden sind. Für mich sind Wissenschaft und Klarheit identische Begriffe. Wissenschaft ist nicht Phantasiearbeit, sondern Konstatierung von Tatsachen.“
Hitschmann
(Wien)