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Die expeditivere psychoanalytische Therapie, wie sie Ferenczi und Rank in ihrer Arbeit „Entwicklungsziele der Psychoanalyse“ vertreten, wird hier in Bezug auf die Technik der Traumdeutung an einem in sechs Monaten dauernd (jetzt schon drei Jahre) geheilten Fall einer weiblichen Zwangsneurose exemplifiziert. Einen so ausgezeichneten Traumforscher und Symbolik-Kenner wie Rank sieht man hier in virtuoser Weise der Kranken in 150 Stunden ihre Träume nur hinsichtlich der Symbolik und der „psychoanalytischen Situation“ deuten und erfährt die Phasen des Widerstands und der Heilung an der Hand der Träume und der zugehörigen Einfälle. Als Heilungsfaktoren werden Ungeduld und Resignation, die Akzeptierung der (jüngeren) Schwester, die Entwöhnungsphase, Identifizierung mit und Lösung von dem Analytiker als Hauptgesichtspunkte berücksichtigt, — zum Teil unter enger Beziehung auf des Autors „Trauma der Geburt“. Die psychoanalytische Traumdeutung berücksichtigt hier nicht sowohl Tagesreste und unbewußte Triebkräfte, sondern überwiegend die noch unbekannten Reaktionen, die sich im Laufe der Behandlung verändern und an denen „allein“ man den Fortgang der Kur in seinen verschiedenen Phasen verfolgen könne. Das ganze psychische Leben dieser Kranken spiele sich sozusagen unter der Devise, „ein Kunststück“ zu leisten, ab; Rank will später an einem größeren Material erweisen, daß das Schicksal der Menschen unter solch unbewußten Leitmotiven abläuft, die ihre Leistungs- und Liebesfähigkeit wesentlich bedingen und auch in ihrer Bedeutung für die Neurosenbildung bedacht werden müssen. Ausführliche Analysen zu lesen, ist bekanntlich eine Geduldprobe; so wird man sie auch hier nicht auf einmal durchlesen; aber da die vielen höchst bedeutsamen und zum Teil umstürzlerischen Anregungen Ranks erst noch erwogen, erprobt und diskutiert werden müssen, — darf man es sich der Mühe nicht verdrießen lassen.
Hitschmann
(Wien)