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Die Pathologie des Ichs, dieser von der Psychoanalyse notwendigerweise so lange vernachlässigte und doch so bedeutungsvolle Teil der Neurosenlehre, ist nun, seit ihr Freud durch das „Ich und Es“ den Weg der Forschung gewiesen hat, in den Mittelpunkt des psychoanalytischen Interesses gerückt. Das Reichsche Buch stellt einen sehr hoffnungsvollen und viel versprechenden Schritt in dies noch so dunkle Gebiet dar. An Hand eines recht seltenen Materials von triebhaften Psychopathen gelang es Reich, in die Entwicklung ihres Ichs, speziell in die genetischen Beziehungen von Ich und Über-Ich interessante Einblicke zu gewinnen, durch die er in der „Isolierung des Über-Ichs“ eine normale Durchgangsphase der Ichentwicklung erkannt zu haben glaubt. Die Beschreibung dieser Beobachtungen und der Gedankengang, der aus ihnen theoretische Schlußfolgerungen zieht, wird durch zahlreiche erläuternde und interessante Exkurse auf Nebenthemen unterbrochen, die, wie etwa die Beschreibung der „geschlechtlichen Fehlidentifizierungen“, an Bedeutung hinter dem Hauptinhalt des Buches nicht zurückstehen.
Reich hat völlig recht, wenn er einleitend eine psychoanalytische Charakterlehre als ideale Voraussetzung für eine wirksame Therapie erklärt. Diese Voraussetzung ist durch prinzipielle Beachtung der Form, in welcher der Widerstand sich äußert, durch eine vergleichende analytische Psychologie zu schaffen. Ihr Grundstein ist die in „Ich und Es“ dargelegte Rolle des Über-Ichs, speziell jene Stelle, in der Freud von den Konflikten handelt, die dem Ich durch verschiedene Identifizierungen erstehen müssen. Es