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Allem voran: es ist von größtem Wert, daß ein solches Unternehmen, die Gesamtheit der weiblichen Sexualfunktionen einer psa. Betrachtung zu unterziehen, überhaupt gewagt wurde. Und wir gehen an diese Arbeit mit doppeltem Interesse heran, einmal weil hier wieder einmal ein Gebiet der Normalpsychologie der psa. Forschung erschlossen werden soll, und zwar nicht irgend ein Teilgebiet, sondern nicht weniger als das ganze Sexualleben der Frau; und zweitens weil hier von der Basis der neuesten theoretischen Einsichten aus etwas Ganzes geschaffen werden soll, das die sehr zersplitterten Einzelergebnisse zusammenfaßt und sie außerdem durch neue Gesichtspunkte und Funde bereichert, die aus den eigenen ärztlichen Erfahrungen der Autorin stammen.
Ich werde mich in dem folgenden Referat darauf beschränken, das schon bekannte Material nur kurz zu streifen, um vor allem die neuen Ergebnisse ausführlich darzustellen.
Die Besonderheiten der infantilen Sexualentwicklung des Weibes beginnen in der von Freud beschriebenen „phallischen Phase“; das Wesen dieser Phase sieht die Autorin in zwei Momenten:
Die Klitoris werde in ihr vom kleinen Mädchen für ein „absolut vollwertiges Organ“ angesehen, und das Mädchen entwickle dieselbe Besorgnis um die Klitoris, wie der Knabe um den Penis.
Die Tendenzen dieser Stufe seien vollkommen männlich gerichtet und wurzelten in einer Identifizierung mit dem Vater.
Erst die Entdeckung der Penislosigkeit führe zu einer Mutteridentifizierung, und zwar zu einer regressiven, analer Natur, wobei der Wunsch nach dem analen Kind als Ersatz und Entschädigung für den Penis wiederbelebt würde und sich infolgedessen an diesen Wunsch dieselben Schuld- und Angstgefühle hefteten, wie an das Genitale. Mit der Entdeckung des Organmangels würde dann überhaupt die Klitorissexualität und mit ihr die Identifizierung mit dem Vater aufgegeben.
Diese rücke auf eine höhere Stufe, indem sie teils desexualisiert und im Über-Ich aufgerichtet würde, teils zur Objekt-Iibido dem Vater gegen