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Wenn ein Naturforscher vom Range von Max Hartmann das Wort zu philosophischen Erörterungen ergreift, so muß nicht nur der Fachbiologe, sondern jeder, der den Naturwissenschaften Interesse entgegenbringt, aufhorchen. Leider wird aber die freudige Erwartung, mit der man das Büchlein zur Hand nimmt, bei der Lektüre etvvas enttäuscht. Hartmann verteidigt entschieden den „mechanistischen“ Standpunkt, d. h. den, der bei der wissenschaftlichen Erfassung des biologischen Geschehens prinzipiell mit den gleichen Gesetzmäßigkeiten auszukommen wünscht, die auch in der anorganischen Natur wirksam sind; seine Argmnente bleiben dabei — wahrscheinlich nicht ohne Absicht, da das Büchlein einfach und klar gehalten sein will — manchmal bedauerlich oberflächlich. So wirkt es z. B. etwas unangenehm und macht den Eindruck der petitio principii, wenn Hartmann in seiner Einleitung, die Kategorienlehre Kants zum Ausgangspunkt nehmend, meint, der Naturwissenschaft sei eben die „Natur nichts als der unendliche Komplex von Kausalreihen“, so daß die Naturwissenschaft nichts anderes suchen könne, als Aufdeckung von Kausalzusammenhängen und sich keiner anderen Methoden bedienen dürfe, als der generalisierenden und der exakten Induktion, und später gegen vitalistische Lehren polemisierend, die die finale Determinierung des Geschehens untersuchen, sich darauf beruft, daß ja bereits gezeigt worden sei, daß nur Aufdeckung kausal er Zusammenhänge Naturwissenschaft sei. Nur mit einer analogen petitio principii ist die Auffassung vereinbar, die der Autor gegen Driesch ins Feld führt: „Denn mit den ‚außerräumlichen Naturfaktoren‘, mit ‚Entelechien‘ und ‚Psychoiden‘ vermag der Naturforscher schlechterdings nichts anzufangen. Mit diesen Begriffen kann prinzipiell keine Erkenntnis erlangt werden.“ In Wahrheit kann damit aber nur prinzipiell keine mechanistische Erkenntnis erlangt werden. Sollte es aber richtig sein, daß es — wie Driesch meint — Phänomene gibt, die mechanistisch prinzipiell nicht erklärbar s