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Schaxel versucht in einem „Beitrag zur Volksbildung im Hinblick auf die proletarische Kultur“ die Lehren von Marx und die Biologie in mehrfachem Sinn zu verknüpfen. Er will erstens marxistisch die Abhängigkeit der Geschichte biologischer Theorienbildung von gesellschaftlich-wirtschaftlichen Verhältnissen darstellen, zweitens durch einen Überblick über die Gesamtheit biologischer Erscheinungen den biologischen Untergrund der soziologischen Lehren von Marx klarstellen, und — wesentlichst — drittens in der Erkenntnis biologischer Naturgesetze „Wegweiser zur wahrhaften Freiheit des Menschengeschlechtes“ finden. — Gegen diesen Versuch erheben sich zwei Einwände: Erstens der, daß Naturerkenntnis immer nur Seiendes, nie ethische oder politische Ziele, die erfüllt werden sollen, klarlegt. Zweitens der, daß nicht recht einzusehen wäre, wozu es der Propaganda zur revolutionären Tat bedürfte, wenn diese sich mit naturgesetzlicher Notwendigkeit durch die Entwicklung des Kapitalismus von selbst einstellen müßte. (Schaxel, S. 86: „Wir erkennen, daß die Naturgesetzlichkeit den Zug zur Befreiung der ihr wie alles unterstehenden Menschenmassen in sich trägt und durch die Aufhebung der Klassengegensätze, nachdem die widerstrebenden Mächte bezwungen sind, die klassenlose Gesellschaft als Sache der Menschheit errichtet.“)
Von diesen prinzipiellen Einwänden abgesehen, leistet das Büchlein sicher die „wahre Volksbildung“, die es sich vornimmt. Es trifft in mustergültiger Weise die Mitte zwischen üblicher populärwissenschaftlicher und dem Laien unverständlicher Fachliteratur. Der erste Teil gibt einen Überblick über die Entwicklung der biologischen Theorien, die sich auf einen großen Umriß beschränkt und zahlreiche Hinweise auf ihre gesellschaftliche Bedingtheit enthält. Der zweite Teil bringt eine Übersicht über die Erscheinungen des Lebens und im Anschluß daran den Versuch, die biologischen Begriffe in einem klaren und übersichtlichen „Gefüge“ zu ordnen; die Bildungen (organische