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Die vorliegende Arbeit Ravàs über die Träume zeugt von gründlichen und umfassenden Kenntnissen in der einschlägigen Fachliteratur. Ravà tritt der Freudschen Traumlehre mit Wohlwollen und höchster Achtung entgegen. Der Autor hat hauptsächlich aus den „Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse“ geschöpft. Doch ist ihm der Begriff des „Unbewußten“ in seiner vollen Bedeutung nicht recht klar, wie ja dies bei einem Forscher, der mit Psychoanalytikern in keinem direkten Kontakt steht, nicht anders zu erwarten war.
Die Deutung der verschiedenen in die Arbeit eingestreuten eigenen und fremden Träume dringt fast nirgends über den manifesten Trauminhalt vor. Zur Illustration, wie sich der Autor die Technik der Traumdeutung vorstellt, seien folgende — von Ravà selbst geschaffene — Regeln angeführt:
Es gibt — nach Ravà — keine allgemein gültigen, d. i. für jeden Menschen geltenden Symbole; als Traumwünsche kämen nur physisch-somatische Wünsche in Betracht, niemals mtellektuelle; Tagträume und Halluzinationen stammen überhaupt nicht aus dem Bereiche des Unbewußten. Auch führt Ravà den Begriff der Dissoziation (Verdoppelung) der Persönlichkeit em, als Teilerscheinung eines der „Verdichtung“ entgegengesetzten Vorganges, der neben diesem im Träume vorkommt.
Einmal sieht sich Autor im Träume einem Jongleur gegenüber, der mit großer Geschicklichkeit Kugeln und andere Gegenstände auf einem Holzbalken balanciert. Er erinnert sich, wenige Tage vorher in einem in Bau befindlichen Hause zahlreiche derartige Balken gesehen und fast zu gleicher Zeit mit einem Mann von zweifelhafter Lauterkeit des Charakters gesprochen zu haben, der seine Worte vortrefflich zu drehen und zu winden verstand (wie ein Jongleur seine Geräte). Der Traum hat also das Gebaren jenes dunklen Ehrenmannes visuell dargestellt, außerdem zwei Erinnerungsdetails zu einem Bilde verschmolzen; damit glaubt Autor die Arbeit der Traumdeutung erschöpft, das sei der ganze Effekt der Traumarbeit sowie ein Beweis dafür, daß nich