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In dieser kleinen Arbeit versucht der Autor eine Parallele zu ziehen zwischen einem Traum einer neurotischen Patientin und den Phantasien und ekstatischen Visionen (Tagträumen) der heil. Therese von Avila, wie sie uns in ihrer Selbst-biographie überliefert sind. Der Vergleich wird mit logischer Strenge und genauer Kenntnis der psychoanalytischen Technik bis zum Ergebnis durchgeführt, beide Träume seien rein sexueller Natur und enthielten in verhüllter Form die Vorstellung der Defloration. Die genaue Grenze zwischen manifestem und latentem Trauminhalt wird bei der Deutung an einzelnen Stellen verwischt. Allerdings handelt es sich um scbwierige Stellen, die wobl auch eine doppelte Deutung zuließen. Der eigentlichen Arbeit gehen eine Reihe einleitender Bemerkungen über Natur und Bedeutung der Symbole voran; hier gefällt sich Autor wieder — wie auch sonst in seinen Arbeiten — in einer Schreibart, die wissenschaftlicher Einfachheit und Klarheit geradezu entgegengesetzt ist. Zahlreiche komplizierte fremdsprachige Fachausdrücke werden mit schönklingenden glühenden Phrasen innig verschmolzen.
Als Beispiel, zu welchem dichterischen Schwunge Autor sich manchmal versteigt, sei folgende Stelle angeführt (Seite 5): „Die Gesetze der Entwicklung und allmählichen Änderung (Autor spricht von der menschlichen Seele) finden in der psychoanalytischen Forschung eine neue Bestätigung und erstrahlen aufs neue im vollen Glanze der Wahrheit, eben jener Wahrheit, möchte ich sagen, um derentwillen es im Buche der Bücher heißt, Gott hätte nicht durch einen einzigen Hauch seines allmächtigen Atems die Welt aus dem Chaos erschaffen können, sondern nur in sechstägiger Arbeit und allmählicher Vollendung, so daß er, der Allmächtige, Allerhöchste, erst am siebenten Tage, am Sabbat, nach Vollendung seines gewaltigen Werkes, sich Ruhe gönnen konnte.“
Außerdem stört auch die Art, wie der Autor mit wenigen, kraftvollen Worten die schwierigsten Definitionen, die tiefgreifendsten Erklärungen geben will.
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