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Auf dem XVII. italienischen Psychiaterkongreß (Triest, 25. September ) fand die Psychoanalyse durch ein Referat von Weiss über „Psychiatrie und Psychoanalyse“ Würdigung. Daß dieses Referat überhaupt gehalten werden konnte, hatte folgende Vorgeschichte:
Am XVI. italienischen Psychiaterkongreß (April ) ist ein Antrag Prof. Levi-Bianchinis, die Psychoanalyse als Diskussionsthema für den kommenden Kongreß zu bestimmen, von der Kommission schroff abgelehnt worden.1 Im Jahre 1924 hatte Weiss zu einigen Kritiken italienischer Autoren über Psychoanalyse in einem Aufsatze2 Stellung genommen, der einen Briefwechsel zwischen ihm und Prof. Morselli, dem Präsidenten der Società Freniatrica Italiana, zur Folge hatte. Prof. Morselli bekundete dabei der Psychoanalyse gegenüber eine günstigere Einstellung als zuvor. Er ersuchte schließlich Weiss, am kommenden Kongreß das genannte Referat zu halten.
Nach einer kurzen Schilderung des heutigen theoretischen Standpunktes der Psychiatrie zeigte der Referent, daß der psychologischen Denkrichtung eine weitgehende Selbständigkeit gebührt. In ziemlich ausführlicher Weise zeigte er an Hand von Beispielen, von welcher weittragenden Bedeutung die Tatsache ist, daß die Art und das Individuum sowie jeder Trieb, jede psychische Regung das Resultat eines historischen Vorganges sind. Die historische Kontinuität werde aber vom Bewußtsein nur in äußerst beschränktem Maße wahrgenommen und festgehalten. Freud fasse das Bewußtsein als einen Sinn mit zwei Wahrnehmungsflächen auf, von welchen die eine der Innen-, die andere der Außenwelt zugekehrt ist.
Es wurde weiter der Vorgang der Verdrängung beschrieben und im Gegensatz hiezu auf den Vorgang der Verneinung und Bejahung, der Grundlage der Urteilsfunktion, eingegangen. Es wurde ferner über die psychoanalytische dynamische Auffassung von Depersonalisationszuständen (Nunberg, Schilder), über die Abwendung des Ichs von der Außenwelt bei psychischen Erkrankungen, über die Widerstände gegen die Psychoanalyse, üb