You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
In der Jesuitenzeitschrift „Stimmen der Zeit“ (, Heft 5, S. 398) behandelt Prof. Joh. Lindworsky die Psychoanalyse an Hand der kritischen Darstellung von Raimann. Als Freuds Verdienst wird anerkannt, daJß die Psychologic statt der somatischen Auffassung zur Geltung gelangt ist. Trotzdem gilt ihm Freud als Verderber des gewissenhaften und sauberen methodischen Denkens. Was er an einem Einzelfall gesehen habe, verallgemeinert er hemmungslos. Da mit der bestimmten Erwartung, ein sexuelles Trauma zu finden, an den Patienten herangetreten wird, entscheide bei der Deutung der Einfälle das Gutdünken des Untersuchers. Von Raimann ist zu Lindworskys Leidwesen nicht abgelehnt die „völlig unhaltbare Auffassung vom bewußten und unbewußten Seelenleben“. Gern wird zitiert, daß Stern u. a. die Anwendung der Psychoanalyse bei Jugendlichen für ein Verbrechen halten, und die gute alte Zeit gelobt, wo „wir Katholiken von dieser Volksseuche noch verschont waren“. Jetzt aber muß der Beichtvater „die Spuren psychoanalytischer Verwüstung“ feststellen, vor deren „Gemeingefährlichkeit“ die Bischöfe auf der Hut sein sollen. Denn wenn auch nicht ihr angestrebtes, so doch ihr tatsächliches Ziel sei die Ausrottung der christlichen Ethik.
Vorwahl (Elze-Hannover)