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Es ist eine bekannte Tatsache, daß die Verdrängung allein nicht zur Produktion eines neurotischen Symptoms genügt. Jedermann hat etwas zu verdrängen, aber diese Verdrängung bewirkt nicht bei jedermann Reaktionen, die über den Rahmen des Normalen (Traum, Fehlhandlungen usw.) hinausgehen. Man sprach deshalb von einer bestimmten Disposition des Neurotikers zu neurotischen Reaktionen. Wir haben versucht, diese Disposition etwas näher zu studieren, und fanden gewisse Ursachen für das Zustandekommen dieser Disposition verantwortlich, ohne dabei behaupten zu wollen, daß stets dieselben Ursachen in Betracht kommen müssen. Immerhin glauben wir, sie so häufig feststellen zu können, daß wir ihnen schon den Wert einer typischen pathologischen Grundstörung zusprechen möchten, die der Ausgangspunkt zahlreicher Neurosen und Psychosen sein kann.
Wir verdanken die Orientierung unserer Untersuchungen einigen Hinweisen Ranks, der uns auf die Analogie zwischen der analytischen und der intrauterinen Situation aufmerksam macht. Ohne den Vergleich stets so weit wie Rank zu treiben, erlaubte uns seine Auffassung doch wichtige Momente der analytischen Situation zu verstehen und mit schon bekannten Erscheinungen in Beziehung zu bringen. Vor alien Dingen hatten wir den Eindruck, daß die Entwicklung eines Individuums ein sich stets neu wiederholender Geburtsakt sein kann, und daß man neben dem eigentlichen Geburtsakte besonders zwei Wiederholungsfálle desselben in Betracht ziehen müsse: 1) Die Entwöhnung, die eine neue Trennung des Kindes vom Mutterleib darstellt; 2) die Pubertätszeit, in der das Individuum sich aus dem Familienkreis heraus entwickelt. Wir glauben mit Rank bemerkt zu haben, daß in manchen Fällen eine schwere Geburt eine gewisse Disposition schaffen kann, die das Individuum verhindert, die Entwöhnungs- und Pubertätsentwicklung normal durchzumachen. Jedoch erlaubt uns unsere Erfahrung noch nicht in diesem Punkte zu