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Bei Menschen, welche mir angegeben hatten. „homosexuell“, bzw. „vollinvertiert“ zu sein, habe ich in einer Reihe von Fällen folgende Beobachtungen machen können: Sie hingen an ihrer Ansicht, wie wenn die Möglichkeit, dieselbe könnte falsch sein, sie unglücklich machen würde. Verschiedene von ihnen hatten sich diese Ansicht erst auf Grand einer Beurteilung durch Verfechter der Anschauungen über das Angeborensein der Homosexualität, insbesondere der sogenannten „Zwischenstufentheorie“ gebildet, nachdem sie vorher auch heterosexuelle Erlebnisse gehabt hatten. Ein Patient von mir hatte in den verschiedensten Orten Europas gelebt, dort oft heterosexuellen Verkehr ohne gefühlsmäßige Bindung gepflogen, während des Krieges längere Zeit mit einem Mädchen in der Etappe ein Verhältnis gehabt; im Felde hatte er zweimal für Männer ein stärkeres erotisches Empfinden verspürt; er hatte darauf von einem Arzt in Berlin die feste Ansicht gehört, daß die Homosexualität seine wahre Natur sei, die er betätigen müsse. Er bat mich während der Behandlung immer wieder in weinerlichem, fast flehendem Tone, ich solle um Gottes willen nicht versuchen, ihn heterosexuell zu machen, obwohl er sich in den auf den oben erwähnten Rat hin eingegangenen Beziehungen zu Männern außerordentlich unglücklich fühlte. Ein anderer Patient war verheiratet, hatte zwei Kinder, welche er innigst liebte, konnte nie ohne die Freundschaft von Frauen leben; hatte aber trotzdem die ihm von einem Arzte gegebene Aufklärung, er sei von Geburt an homosexuell, als größtes Glück seines Lebens empfunden. Kurz: die Erklärung von der angeborenen Homosexualität wird häufig bereitwilligst angenommen und als Glück empfunden; dem Rat, homosexuellen Verkehr aufzunehmen, wird leicht Folge geleistet; Versuche, die Ansicht zu korrigieren, stoßen auf Unglauben und Widerstand, werden als Unglück empfunden. Um diese neugewonnene Ansicht aufrecht erhalten zu können, werden viele ganz offenkundige Anzeichen von Heterosexualität bestritten