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(Aus der psychiatrischen Abteilung des jüdischen Krankenhauses in Warszava.)
Ich will in diesem kleinen Beitrag über drei Fälle berichten, die sich. sehr gut eignen, um den psychologischen Mechanismus mancher schizophrener Symptome zu studieren und klarzulegen. Für jene Psychoanalytiker, die hauptsächlich mit Psychoneurosen zu tun haben, sind solche Fälle besonders Iehrreich, weil die unbewußten Mechanismen und Symbole, deren Herausarbeitung bei Neurotikern so viel Mühe kostet, hier so oberflächlich liegen, daß sie trotz der Mauer der Unzugänglichkeit der Geisteskranken fest greifbar sind. Andererseits sind solche Fälle für die klinische Psychiatrie insofern von großer Tragweite, als sie einen tieferen Blick in den Mechanismus der psychotischen Symptome ermoglichen und die wenn nicht pathogene, so doch auf jeden Fall pathoplastische Bedeutung der Libidoregression vollends bestätigen.
I. Der erste Fall betrifft ein zwanzigjähriges Mädchen, welches nach einem Zerwürfnis mit dem Bräutigam nach dreijährigem Beisammensein akut erkrankte. In großer Erregung äußerte sie folgende Wahnideen: „Ich bin verheiratet, habe ein Kind hier (auf den Leib zeigend); ich habe die Fruchtbarkeit von Zola gelesen, die Fruchtbarkeit hat mir den Kopf verwirrt, ich fürchte verrückt zu werden. R. ist mein Mann, gestern war die Trauung, ich habe sie mir selbergegeben. In neun Monaten habe ich ein Kind, Mit dem Doktor habe ich telepathisch gesprochen. Schmutz habe ich von mir weggestoßen. So viel Schmutziges habe ich gesehen … (Den Doktor anrührend.) Sie sind rein. Man hat aus mir so ein ‚Drehrad‘, so ein Medium gemacht; ich stehe unter dem Einfluß des Magnetismus. An meinem Gesicht kann jeder ablesen, was zwischen mir und R. vorgegangen ist. Der Mann redet so zu mir (lauschend), spricht so zu mir. Ich möchte mich zudecken, niemand soll etwas sehen; der Mann muß es sehen, andere nicht. Ich ging mit meinem Bräutigam drei, vielleicht vier Jahre. Ich ließ nicht nach. Es war zwischen uns kalt, dann im