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Die aus dern Ubw wirkenden Kräfte, die alles organische Geschehen beeinflussen, bezeichnet der Autor mit dem Namen Organfiktion. Der Organismus handelt nach einem fiktiven Urteil, das durch ein erstmaliges Erleben fixiert wurde, und zwar immer so, „als ob“ sicb das Erlebnis wiederholen würde. Der Organismus also, der einmal eine Schädigung erlitten bat, reagiert, resp. wehrt sich gegen irgend eine Gefabr immer mit denselben Äußerungen, gerade „als ob“ die Schädigung wieder eingetreten wäre. Für solche rein psychogen entstandene Krankbeitsbilder bringt der Autor reicbbaltiges interessantes Material. Für die tieferen psychischen Zusammenhänge bat er leider kein Verständnis, d. h. er bleiht in der rein psychischtraumatischen Erklärung der Organneurosen stecken. Das Einheitliche, das der Autor hinter den organischen Kräften stehend findet, ist das, was er als „Organwillen“ bezeichnen möchte. Nervensystem und Blutbahn sind z. B. nur Mittel des Organwillens im Sinne der Fernwirkung. Dieser Organwille, der auf einem fiktiven Urteil fußt, beherrscht alles Geschehen; sein Resultat ist die Organhandlung. Es gibt daher keinen Vorgang, der nicht als Organhandlung zu begreifen wäre. Da für den Autor die ganze Welt ein großes organisches Leben ist, — wobei er keinen Unterschied zwischen Organischem und Anorganischem macht — sieht er z. B. sowohl die Gallenbereitung wie das Knochenwachstum, die Produktion von Empfindungselementen und die im Aufbau darauf entstandene Geisteswelt, Schlaf und Hypnose, Vergessen und Erinnern nur als den äußerlich differenten Ausdruck einer einheitlichen, aus fiktiven Urteilen hervorgehenden Organhandlung an.
F. Deutsch (Wien)