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Für uns zerfallen die Berichte in zwei Gruppen, in solche, die Stellung zur PsA. nehmen, und in solche, die sie ignorieren.
Die letzteren können auch wir nur ignorieren — nicht aus Vergeltung, sondern weil wir bei der Erörterung psychiatrischer oder pädagogischer Fragen, welcher Art es auch sei, eine psychoanalytische Grundlage nicht entbehren können. Ebensowenig wie heute ein Botaniker nach Linné systematisiert, sondern entwicklungsgeschichtliche Homologien seiner Einteilung zugrunde legt, können auch wir uns nicht mit einer Einteilung der Psychopathen, wie Schneider (Köln) sie nach irgendwelchen mehr oder weniger zufälligen Merkmalen macht, zufrjeden geben, sondern müssen versuchen, durch psychologisch-genetische Gesichtspunkte weiterzukammen.
Sogar er selbst ist wenig befriedigt von seinem Schema (Erethiker, Willenlose, Explosible, Geltungsbedürftige, Gemütlose), ohne jedoch den Versnch zu machen, nach anderen Einteilungsprinzipien zu suchen.
Auch die organisatorische Arbeit, über die Frl. v. d. Leyen (Berlin) berichtet, könnte durch eine tieferschürfende Erkenntnis des Wesens der psychopathischen Zöglinge nur gefördert werden.
Erst recht gilt dies natürlich für Fragen, die das Wesen der Psychopathie und Venvahrlosung betreffen. Dieses kann nur auf den Wegen psychoanalytischer Forschung erschöpfend ermittelt werden, sonst bleibt es bei einem oberflächlichen Beschreiben und Aufzählen von Eigenschaften.
Die Referenten empfinden zwar die Unzulänglichkeit ihrer Arbeit, wenn z. B. Hahn (Frankfurt a. M.) sagt: „Wenn wir erst den Aufbau des Charakters besser kennen als heute, wird es uns auch möglich sein, ihn zielbewußter zu beeinflussen als heute, wo wir im ganzen doch uns auf unseren pädagogischen Instinkt verlassen müssen! Wissen wird auch hier Macht sein, aber wir wissen von diesen Dingen heute noch sehr wenig!“, ohne zum mindesten von dem Wissen, das bereits vorhanden ist, Gebrauch zu machen.
H. Nohl (Göttingen) und Kurt Bondy (Göttingen) sind die einzigen, die überhaup