You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Bericht über eine mit therapeutischem Erfolg durchgeführte Analyse ernes Falles von Dysmenorrhoea membranacea, bei dem im Rahmen der Behandlung noch reichlich Suggestionen gegeben wurden. Die 25 jährige Patientin litt seit zehn Jahren an Dysmenorrhoe, so daß sie in dieser Zeit jedesmal drei bis vier Tage bewegungslos im Bett liegen mußte. Zuerst war eine Hypnose erfolgreich; jedoch nur für fünf Monate. Dann brachte eine sogenannte Couékur vorübergehenden Erfolg. Erst die in oben erwähnter Kombination durchgeführte Analyse soll Dauerheilung gebracht haben. Die Analyse ergab, daß die Periodenkrämpfe die gleiche spastische Ätiologie hatten wie eine gleichzeitig bestehende Obstipation. Durch Anhalten und Zurückstauen des Stuhles erzielte Patientin einen Lustgewinn aus diesem Verhalten. Irrigationen, durch die Mutter und schließlich von der Patientin selbst vorgenommen, riefen orgastische Gefühle hervor, die mit Sensationen in der Blase, im Darm und in der Scheide verbunden waren, Empfindungen, die in gleicher Weise beim Auftreten der ersten Periode sich wiederholten. Das führte dazu, daß die Periode immer mit einer Art Darmkatarrh mit Koliken und Obstipation verknüpft war. Die Tatsache, daß der Vater sich auch Einläufe machte, ließ Patientin vermuten, daß er bei diesen Manipiüationen dieselben sexuellen Empfindungen erlebte wie sie selbst, wodurch sie gewissermaßen zu ihm in geschlechtliche Beziehungen trat. Dadurch ergab sich sowohl eine pathologische Vaterbindung wie eine übermäßige Sexualverdrängung, die die analerotischen Tendenzen förderten.
Während in den Kapiteln über die Psychogenese von organischen Krankheitssymptomen vieles auch den Analytiker Interessierendes zu finden ist, wird man an den konstruktiven Erklärungen ontologischer und biologischer Probleme wenig Gefallen finden können. Schließlich wäre noch zu erwähnen, daß der Autor reichlich aus der Psychoanalyse schöpft, jedoch dieselbe an keiner Stelle expressis verbis erwähnt.
F. Deutsch (Wien).