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Infolge der Arbeitsweise der Psychoanalyse ist ihr das Psychosenmaterial und damit das Verständnis der Psychosen nie so zugänglich gewesen, wie das der Übertragungsneurosen. Um so größere Bedeutung ist dem vorliegenden Buche des Autors zuzuschreiben, der an seine Aufgabe, eine Psychiatrie auf psychoanalytischer Grundlage zu entwerfen, mit reicher klinischer Erfahrung an Anstaltspsychosen herangetreten ist. Das große Verdienst des Autors kann in dreifacher Hinsicht gewürdigt werden: 1) Sein Buch ist der erste Versuch, eine systematische Psychiatrie auf psychoanalytischer Basis zu schaffen. 2) Es bringt eine wesentliche Vertiefung der psychoanalytischen Theorie der Schizophrenic und 3) werden bisher vollkommen verschlossene Gebiete, wie die Aphasie, die paralytische Demenz, der Korsakoff und die Intoxikationen zum erstenmal psychoanalytisch untersucht. Der Autor erblickt seine Aufgabe darin, darzulegen, „was die bisherige psychoanalytische Forschung auf diesem Gebiete geleistet hat, und auf jene Probleme hinzuweisen, welche unerledigt sind“. Unser Referat wird sich vorwiegend mit den neuen Gesichtspunkten und den Problemlösungen befassen.
Den klinischen Kapiteln gehen vier theoretische voraus. Das erste Kapitel („Das Ideal-Ich“) enthält einen kurzen Abriß der Libidotheorie, der Lehre von der Identifizierung und vom Ichideal. Im zweiten setzt sich der Autor mit den Ichtrieben auseinander. Von der phänomenologischen Tatsache ausgehend, daß „jedes Bild … und jeder Gedanke, also alles Inhaltlich-Gegenständliche, eine Aufforderung zum Tun in sich scliließt“, … gelangt der Autor zum Schluß, daß das Auffassen der Objekte eigentlich ein Greifen sei. „Man darf vermuten, daß auf primitiven Stufen jedes überhaupt aufgefaßte Objekt ergriffen wird … Greifen, Erfassen, zum Munde führen sind also wohl jene Haltungen, welche jedem Bilde … zugeordnet sind.“ Bei Hirnverletzten treten diese primitiven Formen des Auffassens wieder in Erscheinung (z. B. als Atzreflex). Die Ichtriebe „werde