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Wir sind in den letzten Jahren Zeugen der enthusiastischen Aufnahme eines neuen Verfahrens gewesen, mit dessen Hilfe jeder beliebige Mensch in den Stand gesetzt werden sollte, gesundheitliche Störungen oder ethische Mängel ebenso wie die Auswirkungen eines widrigen Schicksals aus seinem Leben durch eigene Kraft zu beseitigen. Eine solche Verheißung hätte wohl zu jeder Zeit eine große Schar von begeisterten Anhängern gefunden. Nach den verheerenden Einwirkungen des großen Krieges auf das Seelenleben der Menschen steigerte sich aber die Neigung, eine neue Heilsbotschaft gläubig und dankbar aufzunehmen. Die ungeheure Zahl derer, die in irgend einem Sinne zu leiden hatten, half die Versammlungsräume füllen, in welchen man Aufschluß über die „Selbstbemeisterung“ erhielt. Das Verfahren war so einfach, daß alle Menschen, ohne Unterschied des geistigen Niveaus, es sogleich nach der ersten Unterweisung anwenden konnten. Man las und hörte von erstaunlichen Erfolgen. Aufsehen erregten besonders die Berichte über Heilung organischer Krankheiten durch die neue Form der Autosuggestion.
Andererseits wurden auch kritische und ablehnende Stimmen laut, ohne aber die Anhänger Coués in ihrer Überzeugung zu beeinflussen. Der Widerspruch kam, wie nicht anders zu erwarten, zum größten Teil aus dem Lager der medizinischen Schulwissenschaft. Drei Einwände waren es, die man Coué und seinen Anhängern hauptsächlich entgegenhielt.
In erster Linie wurde betont, eine Heilung organischer Krankheiten auf