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Mir fiel die Aufgabe zu, Sigm. Freud aus Anlaß seines 70. Geburtstages festlich zu begrüßen und ihm die Glückwünsche unserer Zeitschrift darzubringen. Es ist nicht leicht, dieser ehrenvollen Pflicht zu genügen. Seine Gestalt ist viel zu hervorragend, als daß ein ihm Nahestehender, einer seiner Anhänger und Mitarbeiter, es zustande bringen könnte, sie im Vergleich mit anderen Großen der Geistesgeschichte und im Verhältnis zu seinen Zeitgenossen darzustellen. Auch spricht sein Werk für sich selbst und bedarf keiner Kommentare, insbesondere keiner Lobpreisung. Es mißfiele gewiß dem Schöpfer einer unnachsichtig ehrlichen, aller Heuchelei feindlichen Wissenschaft, die Dithyramben zu hören, die bei solchen Anlässen den Führer einer großen Bewegung zu preisen pflegen. Die objektive Darstellung seines Lebenswerkes aber, eine verlockende Aufgabe für einen eifrigen Schüler, erübrigt sich hier, da ja diesem Zwecke der Meister selbst mehrere Essays von unnachahmlicher Sachlichkeit gewidmet hat. Er hat der Öffentlichkeit nichts vorenthalten, was er über die Entstehung seiner Ideen weiß, er erzählte uns alles, was über die Schicksale seiner Lehre, über die Reaktionsweise der Mitwelt zu sagen war. Dem modernen Persönlichkeitsforscher gar, der mit Hilfe von Einzelheiten aus dem Privatleben neue Einblicke in die Entwicklungswege eines Forschers zu gewinnen trachtet, hat Freud, bezüglich seiner Person, den Wind aus den Segeln genommen. In seiner „Traumdeutung“, in der „Psychopathologie des Alltagslebens“ besorgte er das selber in einer bisher nicht gekannten Art, die nicht nur dieser Forschungsweise neue Wege wies, sondern für alle Zeiten ein Beispiel der auch gegen sich selber schonungslosen Aufrichtigkeit gibt. Auch die sonst so sorgsam gehüteten „Ateliergeheimnisse“, die unvermeidlichen Schwankungen und Unsicherheiten, gab er unbedenklich preis.
Das Konsequenteste wäre wohl nach alledem, auf jede Art Manifestation zu verzichten. Ich weiß es bestimmt, daß es dem Meister am liebsten