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Die neuesten Beiträge zur Psychologie des Ichs haben diesen Begriff durch die topische Betrachtungsweise so kompliziert, daß sich seine fundamentalen Kennzeichen zu verwirren drohen. Es macht sich daher das Bedürfnis fühlbar, zwischen diesem komplizierten Gebilde und der den Geistesfunktionen zugrundeliegenden Dynamik, oder, in anderen Worten, der Triebtätigkeit, eine Beziehung herzustellen
Man dürfte annehmen, daß dieses schon geschehen sei in dem von Freud ursprünglich aufgestellten Gegensatz zwischen Ichtrieben und Sexualtrieben, wo das Ich dargestellt ist als der psychologische Ausdruck von Strebungen, die dem biologischen Ziel der Selbsterhaltung dienstbar sind. Doch diese Beziehung zwischen Ich und Trieb bedarf jetzt einer weiteren Aufklärung, die über diese einfache Gleichsetzung hinausgehen muß.
Es wäre zweckmäßig, eine Untersuchung dieser Beziehung mit der Prüfung eines hypothetischen Ur-Ichs zu beginnen.
Wir dürfen diesem Ur-Ich mit Sicherheit zwei Grundfunktionen zuschreiben, die sich während seines ganzen späteren Werdeganges fortsetzen und die vereint den Kern seines Wesens bilden.
Die eine befaßt sich mit inneren Geschehnissen; im Interesse einer besseren Anpassung an die äußere Realität tut sie den Unmittelbarkeiten der Triebimpulse Einhalt; die andere befaßt sich mit äußeren Geschehnissen, indem sie Wahrnehmungen und Erinnerungsspuren benutzt, um geeignete motorische Anpassungen zu erzielen.
Diese sich ergänzenden Tätigkeiten, die Kontrolle der Motilität und die Anpassung an die Wirklichkeit mit Hilfe von Wahrnehmungen und Erinnerungsspuren, bleiben die fundamentalen Kennzeichen des Ichs und bestehen in Freuds späterem Begriff vom Real-Ich im Unterschied zum Über-Ich fort.