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Die Psychoanalyse hat bisher wenig Anwendung auf die Psychologie des Denkens gefunden. Das hat seinen Grund im Wesen der psychoanalytischen Methode, die als die Methode zur Erforschung der unbewußten Inhalte und der Arbeitsweise jener Schichten geschaffen wurde, die, phylogenetisch älter, unter der Schicht des geordneten Denkverlaufes gelagert sind und die in Traum und Schizophrenie manifest in Erscheinung treten. Sie erscheint sonach nicht berufen, Aussagen über die Gesetze des geordneten Denkverlaufes selbst zu machen, die Objekt der experimentellen Forschung sind; hingegen glauben wir, daß es ihr zufiele, die Beziehungen der einzelnen Denkphänomene zu unbewußten Vorgängen zu untersuchen und die Art der Entstehung von Denkgebilden als Funktion von Triebvorgängen zu beschreiben.
Wir wählen für unsere kleine Studie, die vornehmlich dem Hinweis auf Probleme gewidmet ist, das bekannte Verfahren, von pathologischen Erscheinungen auszugehen. Wir tun dies nicht deshalb, weil wir etwa die verbreitete Meinung teilten, es gäbe zwischen pathologischem und normalem Geschehen nur Qnantitätsunterschiede, so daß jeder pathologische Fall nur Inhalte des Normallebens in Vergrößerung zeige; es scheint uns im Gegenteil, daß beide sehr oft auch wichtige, durchaus qualitative Verschiedenheiten aufweisen, die über den Eindrücken einer erstaunlichen Analogie leicht übersehen werden, zumal sie meist schwer formulierbar sind. Wir gehen vom Pathologischen aus, nicht weil wir alles, sondern weil wir einiges auf diesem Wege zu verstehen hoffen.
Unsere Betrachtung soll sich den schizophrenen Denkformen zuwenden; unter diesen scheinen die paranoiden und die heboiden wohl nicht die einzigen, doch recht eindrucksvolle und psychiatrisch wohlumschriebene Typen zu sein. Die Erörterung des paranoiden Typus schließen wir an die