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Ichveränderungen, bei denen Eigenschaften erworben werden, die vorher an einem Objekt wahrgenommen worden sind, waren der Psychoanalyse von jeher bekannt. Sie wurden „Identifizierungen“ genannt und als eine zweite Möglichkeit von Beziehungen eines Subjekts zu Objekten der Außenwelt der „libidinösen Objektbesetzung“ gegenübergestellt. Freud hat uns eine zusammenfassende Übersicht über diese Vorgänge gegeben (33, Ss. 303/309). Seit ihrer Veröffentlichung hat Freud gezeigt, daß auch das Überich durch einen Identifizierungsakt entsteht. Die dadurch bedingte Umfangserweiterung des Begriffes „Identifizierung“ rechtfertigt wohl den folgenden Versuch, Gemeinsamkeiten und Differenzen der Identifizierungen zu erkennen und metapsychologisch zu beschreiben, auch wenn er noch nicht die von Freud geforderte „anschauliche metapsychologische Darstellung“ der Identifizierungsvorgänge (33, S. 304) erreichen kann; die Lücken unseres Wissens sind hier noch allzu zahlreich.
Wir wollen zunächst die bei Erwachsenen vorkommenden Identifizierungen betrachten und mit der Untersuchung ihrer dynamischen Verhältnisse beginnen.
Immer sind es Triebe, die den Motor der Identifizierungen abgeben. Diese, aus somatischen Quellen stammend und dem die Motilität beherrschenden Ich Arbeitsanforderungen auferlegend, erstreben eine Befriedigung, d. h. eine adäquate Veränderung der Außenwelt, durch die die Spannung an der Triebquelle endlich zum Schwinden gebracht wird. Dies geschieht durch Handlungen, die eine Realisierung eines Trieb Zieles an einem Trieb objekt bedeuten (24).