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Von den Problemen des Sado-Masochismus bedürfen zwei noch besonderer Vertiefung und Ausgestaltung: Das Wesen und die Rolle des Bemächtigungstriebes und der regelmäßige Zusammenhang jener Perversion mit Haß, Analerotik und Zwangsneurose. Für das zweite Problem ist das vorläufig einzig Feststehende die Beziehung zur Kastration, diese sowohl als Angstwie als Lustempfindung genommen.
Um da einem vollen Verstehen näher zu kommen, will ich ein wenig weiter ausholen, zurückgreifen bis auf die letzten Wurzeln von Liebe und Haß. Wer ganz kleine Kinder bis zum Neugeborenen herab beobachtet, wird sehr bald finden, daß sie jene Menschen lieben lernen, die ihrer Bedürftigkeit stets wieder abhelfen, demnach in erster Linie ihre Pfleger, wie Mutter, Amme und Kinderfrau. Doch ist hier eine wichtige Einschränkung zu machen. Es handelt sich weniger um die allgemeine Hilfsbedürftigkeit, welche ja sämtlichen kleinen Kindern ebenso wie den meisten jungen Tieren zukommt, als ganz besonders um die geschlechtliche Bedürftigkeit. Man erinnere sich bloß, daß auch die einfachsten und ursprünglichsten Ich-Notwendigkeiten, wie Stillung des Hungers und Säuberung seines Körpers, nicht anders Erfüllung finden können als durch gleichzeitige starke Reizung erogener Zonen. Man kann dem Säugling nicht zu trinken geben ohne reiz- und lustvolle Befriedigung seiner Munderotik, ihn nicht waschen und reinigen, ohne seine Haut- und Schleimhauterotik mächtig zu kitzeln.
Für die erstere Verknüpfung führte ich in meiner „Lehre von den Geschlechtsverirrungen“ aus, daß dies die Natur geflissentlich so einrichtete, um schon das Neugeborene anzutreiben, die Brust oder Milchflasche willig zu nehmen. Nun wissen wir nichts Unmittelbares über das tiefste Empfinden