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Es kommt mir bei meiner Arbeit hauptsächlich darauf an zu zeigen, daß man narzißtische Neurosen mit Hilfe der von mir so genannten Phantasie-Methode analysieren kann. Ich habe die Technik dieser Methode in den letzten drei Jahren meiner analytischen Tätigkeit allmählich entwickelt und vervollständigt; ihre Sanktion mag sie in Freuds Erklärung finden, daß Menschen, die an einer narzißtischen Neurose leiden, zwar vieles sagen, aber nicht in Beantwortung unserer Fragen. Und gerade an diese freien und spontanen Äußerungen wendet sich unsere Methode.
Theoretisch haben wir einen Begriff davon, daß der primäre Narzißmus mit der ersten unabhängigen Lebensäußerung des Fötus im Mutterleib beginnt. In dieser Phase sind die verschiedenen Organe und Gebilde, vielleicht auch der Anfang eines psychischen Lebens selbst, wie es in Körpersensationen und Triebregungen auftritt, mit Libido besetzt. Der sogenannte sekundäre Narzißmus folgt auf die erste Identifizierung mit der Mutter, die von der Geburt an im Subjekt der Bindung des Neugeborenen an seine Mutter entspricht. Bei der Entwöhnung von der Mutter — die hier im weitesten Sinn die Außenwelt für den Säugling verkörpert — spaltet das Kind seine libidinöse Bindung; ein Teil entwickelt sich weiter zur Betätigung als Objektliebe, der andere Teil, der die auto-erotische Libido umfaßt, wendet sich dem entstehenden Ich zu und bildet dessen libidinöse Ergänzung. Diese Instanz steht einerseits in Verbindung mit dem Wahrnehmungsapparat des Ichs, dem die unablässige Realitätsprüfung obliegt, andererseits mit dem Anteil des Ichs, der vor allem den Sexualtrieben zugewendet ist, und ist auch an die Tätigkeit der Ichtriebe geknüpft. Ein Teil dieser libidinösen Ergänzung des Ichs bildet den Narzißmus, der bei zu weitgehender