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Gesund und krank ist biologisch nicht wesensverschieden. Das Gesunde ist die Grundlage des Kranken und aus dem Kranken läßt sich das Gesunde wiedererkennen. Auch die Psychoanalyse ist erst auf dem Wege über das Kranke dazu gelangt, das Gesunde kennen zu lernen. Die Psychoanalyse ist eine empirische Wissenschaft, die, wie schon ihr Name sagt, sich mit der Erforschung psychischer Zusammenhänge befaßt. Der Körper resp. die Körperwelt erregte nur insoweit ihr Interesse, als sich an ihm Niederschläge des Psychischen nachweisen lassen, oder soweit manifeste organische Symptombildungen als Ersatz von aus der Verdrängung auftauchenden psychischen Elementen sich ins Bewußtsein vorschieben. Das einmal geweckte Interesse wurde aber um so reger, als sich zeigte, wie weit sich Psychisches ins Organische verfolgen lasse.
Der Nachweis der psychischen Beteiligung am Organischen und die Enträtselung und Bewertung von gesund und krank ist der Psychoanalyse auf folgendem Wege gelungen:
bei konversionshysterischen Symptomen,
die schon vor der Analyse vorhanden waren und einen Teil der psychischen Krankheit bildeten,
die erst in der Analyse auftraten als Wiederholung einmal überstandener Krankheiten,
bei der Analyse organischer Krankheiten.
War die Psychoanalyse davon ausgegangen, körperliche hysterische Symptome gewissermaßen ins Psychische zurückzukonvertieren und aufzulösen, so ist sie heute so weit, a priori bei körperlichen Symptomen psychogene