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Keyserling schreibt in seinem „Reisetagebuch eines Philosophen“: „… Denn der Mensch ist nicht nur Mensch, er ist gleichzeitig in verschiedenen Teilen seines Seins Tier, Pflanze, Stein und Meer; nur wird er sich dessen selten bewußt und weiß nur als Mensch zu fühlen.“
Gleichgültig, wie oft durch die Jahrhunderte dieser allgemeine Gedanke von einem mnemischen Band zwischen dem von außen sich Berührenden und seiner Wiedergestaltung im Innern ausgesprochen wurde, die Wesenseinheit der äußeren und inneren Verwandtschaft bleibt ein hervorragendes Stück Tatsächlichkeit.
Wenn man die Welt, in der wir leben, mit diesem freundlichen Philosophen im Tagebuch durchreist, so weiß man nicht, ob man mehr vom Reichtum der dargestellten Details ergriffen ist oder mehr die Originalität des Eindringens in die inneren subjektiven Verdichtungen bewundert.
Blickt man durch die unzähligen faszinierenden Ausblicke, die Keyserling eröffnet, so gewinnt man immer wieder den Eindruck eines polaren Aufbauplanes, der allen äußeren und inneren zugrunde liegt.
Wie nun, objektiv betrachtet, keine makrokosmische Leinwand groß genug sein kann, damit eine kolossale Industrie die Werte der Menschheit darauf malen könnte, so wird auch, subjektiv — vom Mikrokosmos aus — gesehen, kein mikroskopisches Auge jemals imstande sein, im „Individuum“ das aus den Erfahrungen der Natur meisterhaft Angesammelte — und zwar aus demselben Kosmos Angesammelte — je in seine wesentlichen Einzelheiten