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Dieses überaus gründhche, größte Belesenheit verratende Buch des finnischen Gelehrten berücksichtigt auch das Unbewußte und psychoanalytische Gesichtspunkte. Immerhin bleibt es mangels analytischen Materials bei Lesefrüchten, Behauptungen ohne kasuistische Beweise: Aus Selbstschutz, um sich zu behaupten, um das Beste ihrer Gaben zu fördern, werde bei geistig Veranlagten von vornherein das Geschlechtliche als das Beeinträchtigende zurückgedrängt. „Es dürfte sich zwar auch umgekehrt verhalten: eben weil diese Naturen vom Geschlechtlichen wenig Genugtuung verspüren, fliehen sie in ein Geistiges. Aber dieses höhere Streben ist ihnen ihre erste und stärkere Veranlagung, sonst würde nicht der Konflikt sich zu dessen Gunsten entscheiden.“
Lehrreicher als das Kapitel zur Physiologie und Wertung der platonischen Liebe scheinen uns jene zu sein, die Platos Liebesleben und die platonische Liebe in seinen philosophischen Lehren, die Auffassungen seines Zeitalters ausführlich behandeln.
Hitschmann (Wien)