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In Anlage und Ordnung des Gegenstandes zwar eine Kompilation („eine selbständige zusammenfassende Darstellung des Säuglingsalters“), bietet das Werk doch weit mehr als trockene Zusammenstellung von Tatsachen: Nebst eingehenden phänomenologischen Untersuchungen der seelischen Äußerungen des Säuglings auf Grund der Freud schen Triebpsychologie dringt die Erörterung der Phänomene gelegentlich zu letzten Dingen der Psychologie vor. Weder dadurch noch durch die freizügigen, oft weit ausgreifenden Abhandlungen theoretischer Fragen leidet die Systematik des Buches. Nie gerät die Untersuchung ins Spekulative, so oft sie es auch streift, und man ist dem Autor dankbar dafür, daß er Problematisches klar und von allen Seiten beleuchtet vor den Leser hinstellt, ohne unbedingt Entscheidungen fällen zu wollen. Dieser Mut, schwierigste Probleme anzugehen, und diese mit ihm vereinte Vorsicht, sie zu behandeln, verdienen es, besonders hervorgehoben zu werden.
Eine Fülle von Literatur ist gründlich und kritisch durchgearbeitet worden, so daß man einen klaren Überblick über den gegenwärtigen Stand des Wissens um den Säugling gewinnt. Außer dem Tatsachenmaterial hatte die voranalytische Psychologie nicht viel zu bieten; um so größere Bedeutung kommt dieser „Psychologie des Säuglings“ zu, die, bewußt in der Hauptsache auf die Psychologie Freuds gestellt, als erstes Unternehmen solcher Art mit alten Vorurteilen auch auf diesem Gebiete aufräumt und es gründlich läutert sowie für weitere Arbeit vorbereitet.
Auf zirka 16 Druckbogen wird die Entwicklungsperiode „vom Trauma der Geburt bis zum Trauma der Entwöhnung“ behandelt. Die Natur des behandelten Gegenstandes macht leider eine detaillierte Besprechung unmöglich, so daß wir uns auf einzelne bemerkenswerte Ausführungen beschränken müssen.
Die Untersuchung setzt mit der Analyse der Erziehung und des Erziehers ein; die Motive der Kleinkinderpflege (der Autor unterscheidet eine phötophobe und eine phötophile Pflege) werden als Resultat einer Reak