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Es zeigt sich nicht oft einer größeren Umwelt, daß sich in einem Menschen eine bedeutsame innere Wandlung vollzogen hat. Dieser ziemlich seltene Fall ereignete sich im Leben Dr. Ad. F. Meyers (16. Oktober 1868 bis 29. März 1926). Die nähere Berührung mit der Psychoanalyse, besonders durch die Lehranalyse, ist für ihn solch ein Wendepunkt gewesen. Seine
Laufbahn fing er 1895 als praktischer Arzt zuerst in kleinen Orten an. Als er sich 1907 in einer Provinzstadt niederließ, ging er besonders seinem wachsenden Interesse für die Psychiatrie nach und lernte bald die Psychoanalyse kennen. Unbeirrt durch die Auffassungen der Züricher Schule, fand er den Weg zur ursprünglichen Psychoanalyse Freuds, und als ihm die Erfahrung an der eigenen Seele genügende Sicherheit verschafft hatte, trat er vor die Öffentlichkeit mit zwei Arbeiten, welche sofort den ruhigen, nüchternen Kritiker und vorsichtigen Prüfer verrieten. Es waren: „Behandeling van zennwzieken door psychoanalyse“ und „Die Kritik der Jungschen Psychologie der unbewußten Prozesse“ (diese Zeitschr. ); diese Arbeiten bildeten den Anfang einer großen Reihe meistens holländisch erschienener Publikationen, welche durch dieselben, man möchte fast sagen, holländischen, Eigenschaften gekennzeichnet waren. Keiner wird sich darüber wundern, daß Meyer zu den wenigen gehörte, welche noch im reiferen Alter die erst damals durch eine Gesetzesänderung gebotene Gelegenheit den Doktortitel zu erwerben, ergriff und sich 1919 mit einer Dissertation: „Experimenten omtrent suggestibiliteit bij zennw. en zielszieken“ habilitierte.
Es bedarf keiner besonderen Erwähnung, wie hoch ein Mitarbeiter wie Meyer in der kleinen holländischen Gruppe der I. P. V. geschätzt werden mußte. Durch Jahre hindurch hatte er das Amt des Schriftführers inne und oft wußte er das wissenschaftliche Interesse durch belangreiche Vorträge zu wecken. Eine schwere Erkrankung zwang ihn schließlich, seine Arbeit aufzugeben. Er hat sie nicht wieder aufnehmen können. Zwar