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Vortrag auf dem IX. Internationalen Psychoanalytischen Kongreß, Homburg, September 1925.
Ein Patient von depressiv-zwangsneurotischem Charakter erzählt gelegentlich folgende kleine Selbstbeobachtung: Wenn er sich rasiere, ertappe er sich immer wieder dabei, wie er an seiner Uhrkette spiele und sich zehn und zwanzigmal bei seiner Tätigkeit unterbreche, um auf die Uhr zu sehen, jedoch ohne bewußt die Zeit abzulesen. Die inhaltliche Analyse dieser Erscheinung fällt an Hand seiner Einfälle leicht. Wenn sich der Kranke während der Pubertät in irgend einem Raum allein befand, sei es, um seine Aufgaben zu machen, sei es aus Gründen der Körperpflege, zog er immer wieder sein Glied heraus, um zu onanieren, trotzdem er lebhafte Schuldgefühle dabei empfand. In dem jetzt bestehenden Phänomen ist nun für das ominöse Liebesobjekt ein symbolisches, ein totes, substituiert. Da hernach das Objekt unanstößig ist, vermag das Es die Betätigung an ihm durchzusetzen, ohne daß das Über-Ich mobilisiert würde, um durch Schuldgefühl hindernd oder strafend einzugreifen. Höchstens mag man eine Andeutung seines Waltens in der Notwendigkeit der Rationalisierung des Spielens an der herabhängenden Kette finden, welche übrigens eine Wiederkehr des Verdrängten (die „lebendige“ Uhr) und wichtige Beziehung zur Zeit enthält.
Die analytische Besprechung der Erscheinung brachte sie zum Schwinden. Jedoch berichtet wenige Tage darauf unser Patient über ein neues Symptom: Beim Rasieren, namentlich wenn er das Messer schleife, begännen seine Augen zu jucken. Wolle er nun reiben, so dränge sich ihm immer wieder der scheußliche Gedanke auf, er werde sich mit dem offenen Messer, das er in der Hand hält, die Augen ausstechen. Trotzdem er sich die Unsinnigkeit der Befürchtung klar mache, da er ja das Messer zuvor weglegen könne, sei er immer ganz durcheinander, und es brauche längere