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Der vor einem Budapester Ärztekreise gehaltene Vortrag bringt eine außerordentlich geschickte Einführung in die psychoanalytische Methode und Theorie, die besonders auf die klinische Denkweise des ärztlichen Hörers zugeschnitten ist. Vor allem werden die Beziehungen der internen Medizin zur Psychoanalyse berücksichtigt; es wird gezeigt, wie hilflos die pathologische Anatomie und das Laboratorium den „funktionellen“ Erkrankungen gegenübersteht, wie unwissenschaftlich ihr bisheriges Vorgehen in solchen Fällen war, und wie die Psychoanalyse — und nur sie — geeignet ist, diese Lücke auszufüllen. Daß bei organischen Krankheiten funktionelle Symptome, unter psychischen Einflüssen rein organische Symptome entstehen können, sowie die Experimente von Deutsch und Heyer und die Ergebnisse der Psychoanalyse sind die Beweise dafür, daß „organisch“ und „funktionell“ nicht prinzipiell entgegengesetzt, daß Körper und Seele nur verschiedene Erscheinungsformen desselben biologischen Ganzen sind. Die psychoanalytischen Heilfaktoren (Übertragung, Aufhebung der Verdrängungen, Entlarvung der Krankheitsgewinne) werden dargestellt, ein Fall von Deutsch (Claudicatio intermittens) und einer vom Autor (Extrasystolie) mit psychogenen organischen Symptomen besprochen und endlich eine Übersicht über die Indikationen für die Anwendung der Psychoanalyse in der internen Medizin versucht. Im ganzen ist die Arbeit ein dankenswerter und hoffentlich erfolgreicher Versuch, Psychoanalyse und medizinische Klinik einander zu nähern.
Fenichel (Berlin)