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Der Autor untersucht die Entstehungsbedingungen der Sexualsymbole. Ferenczi hat gezeigt, daß Sexualsymbole entstehen, wenn nach einem in der Kindheit auf affektiver Grundlage geschaffenen und bewußt gewesenen Vergleich zwischen Symbolisiertem X und Symbol Y das Symbolisierte (X) verdrängt worden ist. Auch auf anderen Wegen können Sexualsymbole zustande kommen; der Autor beschreibt folgende drei: 1) Symbolisiertes X und Symbol Y müssen nicht bewußt verglichen worden sein, sondern X kann mit einer Vorstellung Z bewußt verglichen worden und Z später in (nicht notwendigerweise bewußte) assoziative Verbindung mit Y gekommen sein. 2. Nicht Y, sondern ein anderes Symbol, Y1, war mit X verglichen worden und X dann der Verdrängung verfallen. Wenn nun zwischen Y und Y1 eine Ähnlichkeit besteht, so wird, wenn Y erst nach vollzogener Verdrängung kennen gelernt wird, das Verdrängte den intendierten Vergleich zwischen Y und X zu sich in die Verdrängung ziehen, so daß Y Symbol für X wird, ohne bewußt damit verglichen worden zu sein. 3) X und Y waren beide — jedes für sich und ohne Vergleich — bewußt gewesen. Erst die latenten Traumgedanken bringen die beiden Vorstellungen miteinander in Zusammenhang und eröffnen so eine neue Assoziationsbrücke zwischen zwei bewußten Vorstellungen, respektive zwischen einer bewußten Vorstellung und dem verdrängten Affekt einer zweiten. Das ist wieder auf zweierlei Weisen denkbar: Entweder der Vergleich ist untertags nur wegen der Verdrängung des Sexuellen unterblieben, erst die Herabsetzung der Zensur im Schlafe ermöglicht ihn. Oder aber die sexuelle Regung, die untertags schwach oder abgeleitet war, wurde im Traum aktiviert und ihre erhöhte Stärke erzwang sich den symbolischen Ausdruck. Der Autor meint, daß solche Möglichkeit die Annahme vererbter, phylogenetisch verwurzelter Symbole überflüssig macht; wir können ihm darin nicht beipflichten.
Fenichel (Berlin)