You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Einem vierjährigen Jungen erzählt der Vater, daß ihr Hund überfahren worden sei; man zeigt ihm auch ein wenig später Blutspuren im Treppenhaus, die vom verletzten Hund stammen. Daß der Hund wirklich am Penis verletzt worden war, erfuhr der Junge nicht. — Einige Tage später kehrte der Hund aus dem Tierspital heim. Der Junge sah ihn, lief zur Mutter und sagte: „Pat (der Hund) ist blind und taub“.
Es sind zwei Deutungen dieses Ausspruchs möglich. Entweder er ist noch die Reaktion auf die Beobachtung des Blutes und den Abtransport des Hundes in das Spital; dann stellt der Hund für den Jungen den Vater dar und er eilt zur Mutter, ihr zu künden, daß der Vater kastriert sei. Oder er ist die Reaktion auf die neue Beobachtung, daß der zurückgekehrte Hund noch seinen Penis besitze; dann stellt der Hund den Jungen dar, die deutlich absurde Behauptung, der Hund sei taub und blind, wäre dann eine Überkompensation, eine extreme Ausdrucksweise für die Mitteilung, daß nichts geschehen sei.
Die beiden Deutungen schließen einander nicht aus, die Bemerkung könnte einer Verdichtung beider Regungen, des Wunsches, der Vater möge kastriert sein, und des Verlangens nach Sicherheit darüber, daß er selbst nicht kastriert sei, entsprechen.
Fenichel (Berlin)