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Der Autor bringt eine Wiederholung und Ergänzung der Gedankengänge seines Homburger Kongreßvortrages. Die „persönliche Gleichung“ ist ihm der wichtigste Begriff seiner psychoanalytischen Studien geworden. Persönliche Momente setzen allen Menschen seelische „blinde Flecke“, bedingen überall Vorurteile. Auch der Psychoanalytiker ist bei seiner Arbeit vom Subjektiven abhängig, er setzt der „persönlichen Gleichung“ des Patienten seine eigene „persönliche Gleichung“ entgegen. — Bei den Naturwissenschaften war es die experimentelle „Laboratoriumsmethode“, die es ermöglichte, mit Hilfe des consensus universorum maximale Objektivität zu erreichen. Die ärztliche Absicht, einem Einzelindividuum zu helfen, widerspricht der Absicht der tendenzlosen Forschung; dazu kommen andere subjektive Schranken der Beobachtung wie private Interessen, tendenziös eingeschränktes Gedächtnis, subjektiv bedingte Vorstellungen und Denkweisen. Deshalb verurteilt fast jeder Psychoanalytiker fast jeden anderen [?]. Das ist der Index für die „soziale Neurose“, an der auch wir leiden. Jede Neurose ist eine soziale Krankheit und kann als solche nur durch eine soziale Heilmethode beeinflußt werden. Unter unserem sozialen System gibt es keine Nichtneurotiker, wir ermöglichen nur alle durch stillschweigende Übereinkunft, daß die „Normalen“ ihre Neurose nicht sehen, nicht merken, daß auch in ihnen alle Neurosenformen, alle zugehörigen affektiven und sexuellen Abweichungen irgendwo stecken, Nur eine Laboratoriumsmethode kommt wirklich an die Probleme heran. Ihr wird sich z. B. die Sublimierung als ein Spezialfall der Verdrängung erweisen.
Der Neurotiker ist wie ein verwöhntes Kind, das beachtet werden will Eben diese Beachtung darf man ihm nicht geben. Auf der Basis der persönlichen Gleichung dem Neurotiker Beachtung geben, heißt ihn versichern, daß sein Fall eine besondere wissenschaftliche Überlegung erforderlich macht. Was der Neurotiker aber wirklich braucht, das ist ein Laboratoriumskonsensus, der es ih