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Aus dem „Seminar für psychoanalytische Therapie“ in Wien1
Kollegen und Kolleginnen!
Die schwierigen Probleme der analytischen Technik, auf die wir im Laufe des letzten Jahres bei unseren Besprechungen gestoßen sind, lernten wir in ihrer vollen Bedeutung erst würdigen, als wir unser ganzes Interesse auf die Forderungen der Therapie konzentrierten. Die Theorie der Krankheitsfälle geht zwar voran, da wir nicht handeln können, wenn wir nicht verstanden haben; aber die technischen Probleme liegen nicht frei zutage, sie müssen aus der Fülle der Fragen theoretischer Natur, die jeder Fall aufgibt, erst reinlich herausgearbeitet und isoliert werden. Nur so werden sie zugänglicher. Die bisherigen Übersichtsreferate, die Einzelprobleme behandelten, zeigten, wie schwierig, aber auch wie dankbar diese Aufgabe ist. Mir fiel es zu, die Ergebnisse unserer Besprechungen allgemeiner zusammenzufassen, die Erfahrungen dieses Jahres zu systematisieren, kurz, zu sagen, was wir gelernt haben. Die aufgeworfenen Fragen waren aber zu vielseitig, in den Besprechungen wurde viel angeschnitten, nur weniges gründlich bearbeitet. Das genügt freilich vorderhand. Und so will ich versuchen, die markantesten Fragen, diejenigen, die uns am meisten beschäftigten, herauszuheben und die Ergebnisse zu ordnen.