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Ich bedauere sehr, daß Kollege Alexander meiner sachlichen und durchaus unpersönlich gehaltenen Kritik so affektiv, ja an vielen Stellen in einem verletzenden und überheblichen Tone entgegengetreten ist. Das macht eine weitere Diskussion unmöglich. Er ist auf meine grundsätzlichen Einwände, daß nämlich seine Auffassung von der Rolle des Uber-Ichs bei der Verdrängung nicht der von Freud angenommenen, auf die er sich bezieht, entspricht, und daß seine Stellung zur Frage der Libidostauung als symptombildenden Faktors eine höchst unklare ist (vgl. neuerdings sein Buch „Psychoanalyse der Gesamtpersönlichkeit“), nicht eingegangen. Da seiner Ansicht nach die bisherige Lehre von der Symptombildung „nicht mehr aufrechterhalten werden“ kann, müßte er vorerst die Lehre von der Libidostauung und der Aktualangst (dem „Kern der Neurose“ [Freud]) als unrichtig nachweisen, denn im Rahmen einer Lehre muß eine ältere Theorie entweder in die neue aufgenommen oder aber kritisch widerlegt und aufgegeben werden.
Wilhelm Reich