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Über die Eröffnung einer Psychoanalytischen Klinik (Sanatorium Schloß Tegel) in Berlin-Tegel macht der Leiter der Anstalt der Ärzteschaft durch folgendes Rundschreiben Mitteilung:
„Sehr geehrter Herr Kollege!
Ich gestatte mir die Mitteilung, daß am 1. April d. J. das Sanatorium Schloß Tegel (am Tegeler See bei Berlin) unter meiner Leitung neu eröffnet wird und den Charakter einer Psychoanalytischen Klinik tragen soll.
Ich beabsichtige, hier die Psychoanalytische Methode Freuds, die bisher nur dem ausgehfähigen, die ärztliche Sprechstunde aufsuchenden („ambulanten“) Neurotiker erreichbar war, weitgehend in den Dienst klinisch kranker Menschen zu stellen.
Die Psychoanalytische Klinik will also in erster Linie solchen Kranken dienen, die infolge der Schwere und Ausdehnung ihres neurotischen Symptombildes ambulant entweder gar nicht behandelt werden können, oder bei denen sich die ambulante Behandlung allein als unzureichend erweist, um den Heilerfolg — in den gegebenen zeitlichen Grenzen — zu erzielen.
Dahin gehören sowohl fortgeschrittene Zwangsneurosen und Phobien (und viele andere Fälle von Straßenangst) wie auch zahlreiche hysterische Erkrankungen, bei denen funktionelle Organstörungen die Existenzfähigkeit des Kranken — oft sehr weitgehend — beeinträchtigen: komplizierende Herzneurosen, Neurosen des Respirations- (Asthma) und des Ernährungstraktes (Anorexie, Oesophagospasmen, Hyper- und Anacidität, Indigestionen und Obstipationen), Neurosen des Harn- und Genitalapparats (nervöse Poly- und Pollakisurien, schwere Dysmenorrhoen usw.).
Als zweites — gleich wichtiges — Arbeitsgebiet stellt sich die Psychoanalytische Klinik die Aufgabe, den Süchtigen aller Art: Morphinisten, Kokainisten, Alkoholisten, gegebenenfalls auch den unfreiwillig an Schlafmittel Fixierten (Veronalisten, Chloralisten, Paraldehydisten usw.) eine wirklich systematische Behandlung zu gewährleisten, die der Psychogenese, also der eigentlichen Wurzel dieser Leiden, gerecht wird. Das bedeutet, es soll eine A