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Mit dem im November 1926 abgehaltenen Kongreß der ungarischen Psychiater bot sich der ung. psa. Gruppe eine Gelegenheit, vor den offiziellen Vertretern der Neurologie und Psychiatrie der psychoanalytischen Lehre Gehör zu verschaffen. Dr. Hollós wurde von der Kongreßleitung selbst zum Referat aufgefordert, auf Ferenczis Anregung wurden noch zwei Vorträge angemeldet. Der präsidierende Ministerialrat Dr. G. Oláh, em. Direktor der staatl. Irrenanstalt Leopoldfeld, hob schon in seiner Eröffnungsrede die Bedeutung der Psychoanalyse hervor, ohne für oder wider Stellung genommen zu haben. Auch wurde in einigen nichtanalytischen Vorträgen auf psychoanalytische Gesichtspunkte verwiesen (z. B. Prof. Sarbó), natürlich kamen auch fehlerhafte Hinweise vor. Analytische Vorträge hielten: Dr. I. Hollós über Psychiatrie und Psychoanalyse; Dr. M. J. Eisler über die psychologische Analyse eines Wahngedankens; Dr. I. Hermann über qualitative Denkunterschiede und die Intelligenz. — Den unmittelbar nacheinander abgehaltenen Vorträgen folgte eine bewegte Aussprache mit vielen Diskussionsteilnehmern. Ein reaktionär gesinnter junger Assistent der Universität Budapest hielt eine heftige, politisch gefärbte Angriffsrede, jedoch machten die älteren Psychiater, darunter Professoren, alle gegen ihn Front, so daß ein Teil der lokalen Widerstandsmotive von Nichtanalytikern aufgedeckt wurde. Auf wissenschaftliche Argumente kam es natürlich in der Diskussion wenig an.
Hermann (Budapest)