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Der Autor unternimmt eine Klassifikation der Neurosen auf Grund genetischer Gesichtspunkte. Beim Menschen erhält der Konflikt zwischen Phylogenese und Ontogenese eine verhältnismäßig höhere Bedeutung als bei den Tieren. Ein genetisches Einteilungssystem muß auch ein kausales sein. Die Neurose wird definiert als eine Störung der zwischen psychologischen und neurologischen Vorgängen bestehenden harmonischen Beziehung. Indem der Autor seine Behauptungen auf die Freudsche Gegenüberstellung von Lebens- und Todestrieben aufbaut, meint er, daß die Ichtriebe die Erzeugung eines introvertierten Reaktionstypus anstreben, während die Sexualtriebe, ihrer zentrifugalen Tätigkeit entsprechend, Extroversion bewirken. So ist die Affektivität entweder nach außen gewendet oder im System festgehalten. Der normal ausgeglichene Mensch reagiert nach beiden Richtungen, aber frühzeitige Betonung der Sexual- oder Ichtriebe auf Kosten der anderen bewirkt Extroversion oder Introversion. Nachdem der Autor die verschiedenen Reaktionsweisen dieser Typen am Psycho-Galvanometer behandelt hat, geht er auf das Gebiet der Endokrinologie über und meint, daß es sich bei Angstzuständen um eine gesteigerte Tätigkeit der Nebennieren und der Schilddrüse handelt, während wir es bei Schwachsinnigen wahrscheinlich mit einer Herabsetzung dieser Drüsentätigkeiten zu tun haben. Er hält es für möglich, mehr oder weniger bestimmte endokrine Typen festzustellen. In einer versuchsweisen Auseinandersetzung über die anthropologischen Beziehungen zu den beiden unterschiedenen Typen macht der Autor die Annahme, daß auffallende Ähnlichkeiten zwischen primitiven Typen und bestimmten Degenerationstypen der Jetztzeit in Zukunft zu Einsichten in Verwandtschaftsbeziehungen führen könnten, auf die sich dann eine Klassifizierung aufbauen ließe. Bei der graphischen Darstellung seines Stammbaumes setzt Miller die Introversion an die linke Seite und führt Phobien, Zwangsneurosen und Konversionshysterien auf diffuse Angstzustände z