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Das „psychoanalytische Volksbuch“ ist eine außerordentlich erfreuliche Bereicherung der Literatur unserer Wissenschaft. Es strebt an, Freuds Werk „ins Volk“ zu tragen, damit es dort „Wurzel“ fasse und „gute Früchte“ trage (S. 13). Es ist nicht das erstemal, daß eine gemeinverständliche Gesamtdarstellung der Psychoanalyse versucht wird; ich erinnere z. B. an die ausgezeichneten Broschüren von Sachs „Elemente der Psychoanalyse“ und von Zulliger „Unbewußtes Geistesleben“. Aber im „Volksbuch“ wird an Fülle, Umfang und Tiefe der erörterten Probleme ganz anderes geboten als dort, wo nur eine erste Bekanntschaft mit psychoanalytischer Denkweise, nicht eine Einführung in die Wissenschaft selbst angestrebt wurde. — Die Psychoanalyse ist niemals prinzipiell exklusiv gewesen, wie ihr von Gegnern gerne vorgeworfen wird. Freilich meint sie, daß es gründlichen Studiums bedarf, wenn man am Ausbau einer Spezialwissenschaft aktiven Anteil nehmen will, und daß in „Sachen der Seele“ nicht jeder „gesunde Menschenverstand“ schon Fachmann ist — eine Meinung, die jeder anderen Spezialwissenschaft als selbstverständlich allgemein zugestanden wird. Sie meinte aber nie, daß ihre Resultate einem kleinen Kreise „Eingeweihter“ vorbehalten bleiben sollten, und hat das z. B. schon durch ihre mustergültige, unnötige Latinismen und Graekismen vermeidende Nomenklatur angedeutet. Was Freud selbst begonnen hat, wird im „Volksbuch“ fortgesetzt: Jedermann, den es interessiert, soll Gelegenheit haben, zu hören, was Psychoanalyse ist und wie sie arbeitet.