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Eine Episode von unbewußter Verständigung zwischen Eltern und Kindern. Einer vierjährigen Tochter eines an Impotenz leidenden Patienten waren sexuelle Spiele mit einem Jungen verboten worden, sie hatte nachher eine große Szene gemacht, weil sie bei einem Weihnachtsspiel im Kindergarten nicht wie andere Kinder ein geweihtragendes Renntier darstellen durfte, und damit die Aufmerksamkeit des Vaters auf den Kastrationskomplex gelenkt. — Bald darauf wurde der Patient einmal, als seine Frau ihm einen Knopf annähte, ungeduldig; darauf stieß ihm die Frau versehentlich die Nadel in den Daumen, wo sie abbrach; der Mann geriet in außerordentliche Wut, mit der er bewies, daß er das unbewußte Motiv der Frau, Rache für seine Impotenz, unbewußt verstanden hatte. Die Mutter weinte, der Vater wütete noch eine Weile, dann wurde es still; da sprangen die Kinder, ein achtjähriger Junge und das erwähnte Mädchen, die bis dahin am Boden gesessen hatten, auf, der Sohn lief zur Mutter, sie zu trösten, die Tochter ging zum Vater, seinen verletzten Daumen zu küssen.
Fenichel (Berlin)