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Eine der frühesten Entdeckungen der Psychoanalyse war die der Existenz des Ödipuskomplexes. Freud stellte die libidinösen Beziehungen zu den Eltern in den Mittelpunkt der Blütezeit des kindlichen Sexuallebens und erkannte schon bald in denselben den Kernpunkt der Neurosen. Im Laufe von vielen Jahren psychoanalytischer Arbeit bereicherte sich sein Wissen um die Entwicklungsvorgänge dieser Kindheitsperiode in hohem Maße; es wurde ihm allmählich klar, daß es bei Individuen beiderlei Geschlechts sowohl einen positiven wie einen negativen Ödipuskomplex gibt, daß die Libido sich zu dieser Zeit eine körperliche Abfuhr in die Onanie schafft, der Ödipuskomplex also erst in der phallischen Phase der Libidoentwicklung einsetzt, während er mit Abklingen der infantilen Sexualblütezeit untergehen muß, um der Latenzzeit mit ihren zielgehemmten Strebungen Platz zu machen. Auffallend war es jedoch, wie viele dunkle und ungeklärte Probleme durch viele Jahre hindurch bestehen blieben, trotz der zahlreichen Beobachtungen und Studien von Freud und verschiedenen anderen Autoren.1
Ein besonders wichtiger Faktor schien der Zusammenhang von Ödipuskomplex mit Kastrationskomplex zu sein, welcher viele Unklarheiten mit