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Robert Wälder (Wien):
Die PsA. ist aus ursprünglich ärztlicher Fragestellung erwachsen; durch die Arbeit eines Arztes freilich, der sich in ihr von jeder Analogie zu ärztlichen Methoden entfernt hat. Von diesem Gebiet ihrer Entstehung aus hat sich die PsA. jedoch sehr bald entscheidend expandiert; sie erhob den Anspruch, über eine Normalpsychologie zu verfügen und Techniken zu entwickeln, deren Anwendung am Gesunden nicht anders als am Kranken erfolgt. Zudem hat sie den psychischen Krankheitsbegriff über seinen ursprünglich recht engen klinischen Umfang hinaus so sehr erweitert, daß er so gut wie alles Lebende erfaßt: wir sprechen von jemandes Neurose mit dem gleichen Tone der Selbstverständlichkeit wie etwa von jemandes Charakter, Persönlichkeit oder Fähigkeiten. Mit dieser Erweiterung ihres Gegenstandes und ihrer Probleme hat PsA. aufgehört, ein Teil der medizinischen Wissenschaft zu sein — wenn sie es überhaupt je gewesen ist — und kann es jedenfalls insolange nicht werden, als sie ihren umfassenden Anspruch behauptet. Damit muß auch auf eine Einreihung der PsA. in überkommene und der Bequemlichkeit lieb gewordenen Kategorien verzichtet werden.
Mit dieser Zeit beginnt die legitime Mitarbeit von Nichtärzten, den sogenannten Laien, deren Interesse für PsA. auf dem Boden anderer Wissenschaftsgebiete als der Medizin entstanden ist. Diese Mitarbeit ist einer psychoanalytischen Bewegung, die ihren kulturhistorischen Aufgaben gerecht werden soll, nicht entbehrlich; ganz abgesehen von dem fruchtbaren Zusammenhang mit anderen Problemstellungen, den sie auch dem ärztlichen Analytiker ständig erhalten hilft, ist ihre Funktion die Arbeit an der schließlichen Synthese der psychoanalytischen Seelenlehre mit allen wertvollen Ergebnissen anderer psychologischer Methoden. Von der heute noch kaum begonnenen Durchsetzung der akademischen Psychologie mit Analyse darf im übrigen auch auf dem Umwege über die Lehrerschaft aller Stufen, die dort ihre Ausbildung erfährt, eine extensive