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Plotin (etwa 204 — 270 n. Chr.) ist der Begründer der griechischen und damit der abendländischen Mystik überhaupt. Sein Schüler Porphyrios hat seine Lebensbeschreibung verfaßt. In deren ersten Kapiteln nun stehen die folgenden verblüffenden Sätze, die hier nach der Übersetzung von Herrn. Friedr. Müller (Berlin 1878) wiedergegeben sind: (c. 1 Anfang) „Der Philosoph Plotin, unser Zeitgenosse, schien sich zu schämen, daß er in einem Körper wohne. Diese Anschauungsweise war der Grund, weshalb er es nicht über sich vermochte, von seiner Herkunft oder seinen Eltern oder seinem Vaterlande etwas zu berichten …“ (c. 2 Ende und 3 Anfang) „Was er indessen uns selbst von sich in der Unterredungen oftmals erzählt hat, ist folgendes. Bis in sein achtes Lebensjahr, da er schon die Schule besuchte, sei er zu seiner Amme gegangen und habe ihre Brüste, um an ihnen zu saugen, entblößt. Da er aber einmal gehört, er sei ein böser Knabe, habe er sich geschämt und aufgehört zu saugen. Im 28. Jahre habe ihn ein heftiger Drang nach der Philosophie ergriffen. Da habe man ihn denn an die Philosophen gewiesen, die um diese Zeit in Alexandria den größten Ruf hatten; er aber … Einer seiner Freunde … habe … ihn zum Ammonius geführt … Als er zu diesem hereingekommen und ihn gehört, habe er zu seinem Freunde gesagt: ‚Diesen suchte ich‘“ usw.
(Mitgeteilt von Prof. H. G.)