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Das vorliegende Werk, das den zweiten Band einer „allgemeinen und speziellen Pathologie der Person“ darstellt, verdient große Beachtung nicht nur vom Somatologen, sondern auch vom Psychoanalytiker. Besonders wer sich für die somatische Seite des Libidobegriffes und die organischen Grundlagen des Affektlebens, die vegetativen Funktionen, interessiert, wird dieses — leider nicht leicht lesbare — Buch mit viel Gewinn studieren, obgleich der Autor nur an einer einzigen Stelle auf die Freud sehe Trieblehre zurückkommt: „Der heute erfolgreichste medizinische Triebpsychologe S. Freud kommt übrigens am Ende selbst zum Schluß, daß die Triebe und ihre Umwandlungen das letzte seien, was seine Psychoanalyse erkennen kann. Die ‚höheren Strebungen‘ sollen auf die organische Grundlage des Charakters zurückgeführt werden und ihre Untersuchung der Biologie anheimfallen. Ich möchte aber glauben, daß das noch viel mehr für die ‚Triebe‘ gilt.“ (S. 4.)
Der neue, und wie dem Referenten scheinen will, höchst fruchtbare Kerngedanke des Werkes ist die Idee einer die „Tiefenperson“, den Kern des Biosystems, ausmachenden „vegetativen Strömung“, als einer „schlechthin vitalen, das tiefste Wesen des Menschen bildenden, spontan dranghaft schöpferischen, primär angelegten, nicht erst reaktiv entstandenen innerlichen Instanz“. (S. 3.) Hat man sich als Analytiker einmal mit dem Begriff einer vegetativen Strömung befreundet, so erkennt man in ihr an den Funktionen, die der Autor ihr zuschreibt, unschwer einen Ausdruck dessen, was man in der Psychoanalyse „somatische Libido“ nennt: „Hauptsache scheint mir die orientiert angepaßte Fortführung des Lebens, die vegetative Strömung als wahrer Hintergrund aller Reaktion und Entwicklung … Im Biosystem der Person selbst sehe ich ein Erregungssystem, eine relaisartige Auslösevorrichtung, einen auf Ladung (Arbeitsspeicherung) und Entladung eingerichteten Apparat …“
Die „Nässetheorie des Lebens“, die der Autor mit einer Fülle von Belegen aus den verschiedensten n