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Der Autor weist darauf hin, daß die Lehre von der inneren Sekretion in den letzten Jahren insofern eine Wandlung erfahren hat, als man die letzten Ursachen für innersekretorische Störungen nicht mehr einseitig in Veränderungen der betreffenden Drüsen selbst sucht, sondern immer mehr die Abhangigkeit erkennt, in der die Drüsentätigkeit von Konstitution, Stoffwechsel und Zentralnervensystem steht. Diese Korrelation und ihre Bedeutung für die Therapie führt der Autor dann speziell für das Gebiet der Gynäkologie aus. Er zeigt also etwa, wie menstruelle Störungen zwar abhängig sind von der Funktion des Ovariums, wie aber die ovarielle Tätigkeit ihrerseits in engster Wechselbeziehung steht zu anderen Organfunktionen und zu nervösen Einflüssen.
Diese Zusammenhänge sind auch für den Analytiker von Interesse. Wenn auch in der vorliegenden Arbeit seelische Einflüsse nur an vierter oder fünfter Stelle, etwa neben Obstipation und sitzender Lebensweise, erwähnt sind, so ermöglicht uns, die wir die Bedeutung seelischer Faktoren kennen, die Darstellung dieser Zusammenhänge ein besseres Verständnis für die Wege, auf denen seelische Störungen zu funktionellen Organstörungen führen können. Das ist zunächst nur ein theoretischer Gewinn, aber es bleibt ja abzuwarten, wie weit derartige Kenntnisse sich nicht auch einmal in einer kombinierten Therapie der Organneurosen auswirken könnten.
Horney (Berlin)